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JProf. Dr. Zwetelina Iliewa

Position im Cluster Investigator

Clustermitglied seit 2020

Forschungsschwerpunkte

Behavioral und Experimental Finance, Finanzielle Entscheidungen in Haushalten und Erwartungsbildung

Lebenslauf

Zwetelina Iliewa ist Assistenzprofessorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Vorstands der Society for Experimental Finance. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Behavioral und Experimental Finance sowie experimenteller Wirtschaftsforschung. Bevor sie an die Universität Bonn kam, war sie Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Zwetelina Iliewa studierte Volkswirtschaftslehre in Mannheim und promovierte 2016 im Bereich Finance an der Ludwig-Maximilians-Universität.

Interview

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Die Bindung zu meinen Co-Autoren und Autorinnen. Wenn man gemeinsam an einem Papier arbeitet, schafft und zerstört man ständig, das ist eine außergewöhnliche Erfahrung. Und natürlich mein kleiner Sohn, der jetzt während der Pandemie Teil meines Arbeitslebens ist. Er erinnert mich an das Privileg, als Forscherin eine verlängerte Kindheit zu haben, weil man immer Fragen stellen kann.

Wenn Sie nicht in die Forschung gegangen wären, welchen Beruf würden Sie heute ausüben?

Ich habe als Derivate-Händlerin bei einer Bank angefangen, genau als die Finanzkrise 2008 begann. Was mich am meisten erschreckt hat: Obwohl wir in einer Bankenkrise steckten, waren sich alle so sicher, das Richtige zu tun – Hinterfragen war unerwünscht. Ich wollte immer Fragen stellen, deshalb habe ich mich entschieden, zurück an die Universität zu gehen und in der Forschung zu arbeiten.

Wer oder was inspiriert Sie?

Außerhalb des eigenen Feldes zu arbeiten und Bücher aus verschiedenen Forschungsbereichen zu lesen. Aber das Wichtigste: Mit Kolleginnen und Kollegen oder sogar Menschen zu sprechen, die ich vorher nicht kannte. Ich liebe es, wenn es in einem Gespräch einen Funken, beziehungsweise eine Synergie gibt und man am Ende nicht weiß, wie man da landen konnte, wo man gelandet ist.

Wann mussten Sie das letzte Mal Ihre Meinung ändern?

Ich versuche immer, die tragische Ironie zu vermeiden, die Verhaltensfehler zu begehen, über die ich in meiner Forschung schreibe, z. B. mit Entscheidungen inkonsequent zu sein. Ich versuche, mit meinen Plänen konsequent zu bleiben, aber manchmal ändere auch ich meine Meinung in letzter Minute – zum Beispiel heute Morgen, als ich die Schlummertaste meines Weckers gedrückt habe.

Welchen Rat hätten Sie als Doktorandin selbst gerne gehabt?

Aufgeschlossen sein und sich so viel Hilfe zu holen wie möglich, auch wenn man denkt, dass man sie nicht braucht. Nicht schüchtern sein – die Doktorandenzeit ist die Kindheit im Berufsleben, es ist die Zeit, um erwachsen zu werden und zu erkunden. Man sollte jedoch nichts tun, nur, weil es einem jemand gesagt hat. Ratschläge als Meinung annahmen, aber nur in Betracht, wenn man selbst davon überzeugt ist.