Geschlechterforschung: Ökonomin Ieda Matavelli besucht Exzellenzcluster ECONtribute im Rahmen des UoC IMPACT Fellowships

06.10.2026

Dr. Ieda Matavelli, Assistant Professor für Volkswirtschaftslehre an der Monash University (Melbourne, Australien), besucht den Exzellenzcluster ECONtribute im Rahmen des IMPACT-Fellowships zur Geschlechterforschung der Universität zu Köln von Oktober bis November 2026. Im Rahmen des BMFTR-geförderten Projekts „UoC IMPACT – University of Cologne – IMPlementing Gender Aspects in Research“ wird das Fellowship gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Heinz und Dr. Barbara Boelmann, Mitglieder im Exzellenzcluster ECONtribute, durchgeführt.

Ieda Matavelli forscht an der Schnittstelle von Verhaltens-, Kultur-, Arbeits- und Entwicklungsökonomie. In Zusammenarbeit mit Regierungen und dem privaten Sektor führt sie groß angelegte Feldexperimente durch, um Themen wie Geschlechterrollen und Männlichkeit, Diskriminierung sowie Arbeitsmärkte zu untersuchen.

Im folgenden Q&A gibt Ieda Matavelli Einblicke in ihre Forschung, ihre Motivation und ihre persönlichen Perspektiven auf Geschlechterforschung:

Männer! Der Großteil der Gender-Forschung in den Wirtschaftswissenschaften konzentrierte sich auf Frauen, und ich dachte: Moment mal, Männer haben doch auch ein Geschlecht. Und die Art und Weise, wie Jungen zu Männern erzogen werden, wirkt sich auch auf Frauen aus.

Ein Tablet. Ob ich nun Jugendliche in Schulen, Arbeitssuchende in Rio oder Menschen bei einer Ayahuasca-Zeremonie befrage – auf dem Tablet werden ihre Geschichten zu Daten.

Vor Ort zu sein! Als Ökonomen verbringen wir die meiste Zeit vor dem Computer, aber vor Ort spielt sich das echte Leben ab. Wenn man mit Jugendlichen, Arbeitssuchenden oder Studienteilnehmenden spricht, lernt man so viel. Ich komme jeden Tag mit 20 neuen Forschungsideen zurück.

In unserer Ayahuasca-Studie waren die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit bei älteren Teilnehmenden stärker. Normalerweise gehen wir davon aus, dass sich Menschen am stärksten verändern, wenn sie jung sind – daher hat uns das wirklich überrascht.

bell hooks. Ihr Buch „The Will to Change: Men, Masculinity, and Love“ war für mich ein Augenöffner und entscheidend für die Entwicklung meiner Forschung. Sie argumentierte, dass das Patriarchat auch Männern schadet und dass wir nicht über Gleichstellung sprechen können, ohne über Männer zu sprechen.

Ich würde Menschen über ihr gesamtes Leben hinweg begleiten, um zu verstehen, wie sich Vorstellungen von Männlichkeit im Laufe des Lebenszyklus verändern und welche einschneidenden Lebensereignisse sie prägen, wie zum Beispiel der Verlust eines Elternteils, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Vaterschaft.

Das begann schon während meines Bachelorstudiums. Ich schaute mich um und sah nur sehr wenige Frauen und nur sehr wenige Schwarze Studierende – in einem Land, in dem die meisten Menschen Schwarz sind. Es war klar, dass es kein Zufall ist, wer Zugang zu diesen Räumen erhält, und dass Geschlecht, Hautfarbe und soziale Herkunft miteinander zusammenhängen. Das Gleiche beobachtete ich Jahre später in meiner Forschung zur Diskriminierung von Arbeitssuchenden aus Favelas.

Im Rahmen ihres Forschungsaufenthalts bietet Ieda Matavelli mehrere Gelegenheiten zum wissenschaftlichen Austausch. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den folgenden öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen:

28.10. | 16:00 Uhr
Vortrag in der Ringvorlesung des Masters Gender & Queer Studies: „On data collection on masculinity norms from 70 countries“. Um Anmeldung wird gebeten unter lkrall@uni-koeln.de.

30.10. | 10:30–12:00 Uhr
Workshop-Format: Austausch zu Masculinity Studies in Kooperation mit den Gender Studies der Universität zu Köln. Um Anmeldung wird gebeten unter lkrall@uni-koeln.de.

18.11. | 12:00–13:15 Uhr | Raum 3.206 im SSC-Gebäude (Universitätsstraße 22a)
ECONtribute Research Seminar: Vortrag von Ieda Matavelli

Kontakt:

Maria John Sánchez

PR Manager

M maria.johnsanchez@uni-bonn.de
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